Impressionen Ardagger

Neue Nahversorgung in Ardagger

Wir dürfen hier erstmals einen Überblick über das neue Nahversorgungsprojekt für die Gemeinde geben und ab jetzt auch laufend über den Projektfortschritt berichten:

Hintergründe & Überlegungen

Die Marktgemeinde Ardagger hat mittlerweile mehr als 3.500 Einwohner mit Hauptwohnsitz. Für die gesamte Gemeinde gibt es mit dem Kaufhaus Moser in Ardagger Markt seit einigen Jahrzehnten nur mehr einen einzigen klassischen Lebensmittelnahversorger. Teilweise haben auch Bäcker und zuletzt Direktvermarkter Nahversorgerfunktionen übernommen. Aber der weitaus größte Teil des Lebensmitteleinkaufes wird von den Menschen aus Ardagger in Amstetten, Grein, teilweise in Neustadtl, Zeillern, Viehdorf oder Wallsee getätigt. Mit der Ankündigung von Franz Moser in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen (31.12.2021), haben schon vor Jahren Überlegungen begonnen, wie es möglich wäre, die Nahversorgung auch für jene Menschen, die aktuell auswärts einkaufen, wieder nach Ardagger zurückzuholen. Fragen der einfachen Erreichbarkeit eines zukünftigen Standortes für alle Gemeindebürger wurden genauso gestellt wie die Frage nach der Größe und dem Umfang des Angebotes, das geboten werden muss. Schließlich war in den Gemeindegremien rasch klar: Es ist das erklärte Ziel, soviel Lebensmittelnahversorgung in die Gemeinde zurückzuholen und hier zu schaffen, wie nur möglich. Es wird in Zukunft notwendiger denn je sein, kurze Wege zu haben und Versorgungssicherheit zu garantieren. Und wenn immer mehr Menschen in unserer Gemeinde leben und auch wieder hier arbeiten (Betriebe, Homeoffice und Co), dann braucht´s einen leistungsfähigen Standort.

Standortentscheidung

Dann haben sich einige Dinge gut zusammengefügt: Wir konnten dankenswerter Weise ein Grundstück bei der Mittelschule erwerben, die Straßenbauabteilung konnte davon begeistert werden, die Verkehrssituation an der Kreuzung Kirchfeld und auch bei der Abzweigung Mittelschule zu verbessern und es gab dann schon erste Gespräche mit Handelsunternehmen und Interessenten für den Betrieb, die uns stets wertvolle Inputs gegeben haben. Schließlich steht jetzt endgültig fest, dass eine neue moderne Kreuzung von Amstetten kommend vor der Mittelschule geschaffen wird und dort unmittelbar neben dem neuen Sportsaal das Nahversorgungszentrum entstehen wird. Ein großer Teil der Siedlungsgebiete von Ardagger Stift und Ardagger Markt liegt im 1.000 m Einzugsbereich dieses Standortes. Der 2 Kilometerradius reicht sogar bis Kollmitzberg und Stephanshart, so dass in Zukunft hoffentlich viele Wege nach Amstetten oder Grein abgekürzt werden können. >> siehe Grafik 

Das Angebot...

...muss modern, umfangreich aber auch regional und bodenständig sein. Dann hat die Suche nach einem Betreiber begonnen und auch hier haben sich wieder gute und glückliche Fügungen ergeben. Die Familie Seba wird die neue Nahversorgung führen und ab 31.12.2021 das Kaufhaus Moser solange weiterbetreiben, bis der neue Standort fertig ist. Am neuen Standort sind dann rund 700 m2  Verkaufsfläche vorgesehen. Laufen soll alles, sofern die Verträge letztlich fixiert werden, unter der Marke ADEG. Das soll dem neuen Betreiber auch die Möglichkeit bieten, auch regionale und andere Produkte ins Sortiment aufzunehmen. 

Standort & Ressourcen nutzen

Um den Neubodenverbrauch durch das Projekt zu minimieren, werden die Abstände zu den bestehenden Gebäuden optimiert. Die Parkflächen sollen in Kombination mit anderen Funktionen am Standort mehrfach genutzt werden (Schule, Veranstaltungen, Nahversorgung) und über dem neuen Nahversorger sollen auch rund 30 Wohnungen Platz finden – ein Teil davon auch als „betreubare Wohnformen“. Gebaut wird durch eine gemeinnützige Genossenschaft und die Zusammenarbeit wird über langfristige Verträge abgesichert. Auch für den bisherigen Standort Moser wird nach Umsetzung des Projektes bereits nach einer „Nachnutzung“ gesucht. Die Palette der Überlegungen reicht von Gesundheitsdienstleistungen bis zu einem kleinen Selbstbedienungsladen, der an den großen Nahversorger organisatorisch angekoppelt ist.

Ein Dankeschön:

Noch stehen wir am Beginn aber auch zum Start schon ein großes Dankeschön: Denn nur mit vielen kleinen Zahnrädchen, die gut und passgenau ineinander greifen ist so ein Projekt möglich und es beginnt sich erst zu „drehen“, wenn sich auch alle „bewegen“ und damit das neue Getriebe auch gut arbeiten kann. DANKE an die Grundstücksbesitzer und Anrainer bei der Mittelschule, mit denen wir die Voraussetzungen für das Vorhaben schaffen konnten und die auch guten Verbindungswegen zugestimmt haben.  DANKE an die Familien Moser und Seba, die eine exzellente Kooperation gefunden haben und einen nahtlosen Übergang der Nahversorgung für unsere BürgerInnen ermöglichen. Speziell bei der Familie Seba auch Danke dafür, dass sie mit dem Vorhaben einen völlig neuen Weg für ihr Unternehmen gehen und sich damit auch neu orientieren! Danke auch an die Schulen. Es wird im Zuge des Projektes eine völlig neue Parkordnung und auch neue Zugangsregelungen geben und es ist später für die Wohnungen auch vorgesehen, die Freizeitflächen hinter der Schule multifunktional mitzunutzen. Danke auch dem gesamten Gemeinderat und allen Fraktionen, die sich die Vorentscheidungen nicht leicht gemacht und immer wieder in vielen Details diskutiert und abgewogen haben, aber letztlich zu dieser gemeinsamen Linie gefunden haben! 

Zeitplan & die nächsten Schritte
  1. Heuer noch soll die neue Straßenführung hergestellt werden und die bisherige Kirchfeldstraße nur mehr als Siedlungs-Sackstraße funktionieren.
  2. Kommendes Jahr wird dann noch an der jetzigen Ausmündung der Kirchfeldstraße in die B119 eine Abbiegespur von Amstetten kommend Richtung links nach Ardagger Stift errichtet.
  3. Das Nahversorgungsprojekt selbst soll idealerweise noch im Spätherbst dieses Jahres -  dann spätestens aber im Frühjahr 2022 in Bau gehen.
  4. In der Zwischenzeit wird die Fam. Seba das Kaufhaus Moser unter der neuen Marke ADEG in Ardagger Markt ab 31.12.2021 übernehmen und solange führen, bis der neue Standort fertig ist.
  5. Nach ca. 1,5 Jahren Bauzeit (voraussichtlich im Frühjahr 2023) wird der neue Nahversorgungsstandort bei der Mittelschule dann in Betrieb gehen.

Der Zeitplan ist natürlich von verschiedenen Teilschritten/Zwischenentscheidungen abhängig, die für sich den Gesamtzeitplan beeinflussen können. Insgesamt bitte ich schon jetzt um Verständnis, dass das Gesamtpaket zwar geschnürt ist, aber die Detailplanung und letztlich die Umsetzung bei dieser Größenordnung noch etwas Zeit braucht.

Nahversorgung Erreichbarkeitsübersicht.jpg
Erreichbarkeitsübersicht
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@ Doris Schwarz-König

Ein gemeinsamer Meilenstein! Nach 50 Jahren gemeinsame Gemeinde Ardagger soll das ein weiterer gemeinsamer Meilenstein sein. Die große Frage der Zukunft unserer 4 Ortsteile wurde bei allen Diskussionen über die neue Nahversorgung nicht ausgeblendet. Letztlich hat man sich bei der Nahversorgung für diese große Lösung entschieden, weil sie gemeinsam wirklich was “Gscheites“ werden kann! 50 Jahre nach der Gemeindezusammenlegung im Jahr 1971 ist das so wie bei der Mittelschule, die seit damals auch nur gemeinsam – dafür aber auch hochprofessionell – funktioniert.