Informationen zum Glasfaser-Internet

Schnelle Glasfaserleitungen bis zu jedem Haus: Schaffen wir
jetzt gemeinsam die Voraussetzungen für die digitalen Möglichkeiten
der Zukunft!

Was ist Glasfaser (LWL)? Lichtwellenleiter (LWL) sind Kabel, in denen ein Lichtimpuls Daten überträgt. Das geht natürlich in „Lichtgeschwindigkeit" und damit um Vieles schneller und auch mit weniger Energieaufwand als bei den elektrischen Kupferkabeln. Die weltweiten Netze sind schon lange aus Glasfaser. Jetzt kommt die Glasfaser auch bis in jedes Haus. Ein gut veranschaulichtes Video zum Thema finden Sie hier: https://youtu.be/8ZEGXF7S0Og

Weswegen in Zukunft Glasfaser anstatt Kupfer? Im Internet entstehen täglich neue Services und Angebote. Da ist die schnelle Übertragung von immer größeren Datenmengen wichtig. Die alten Kupferkabel waren ursprünglich nur zum Telefonieren gedacht und sind nach und nach auch für das Internet aufgerüstet worden. Aber jetzt kommen sie langsam an ihre Grenzen. Für echt schnelle Datenübertragung ist die Glasfaser um ein Vielfaches besser, weil sie folgende Eigenschaften hat:

  • Internetverbindungen mit Lichtgeschwindigkeit
  • Up- und Download in gleicher Geschwindigkeit
  • nahezu unbegrenzte Datenmengen in „Echtzeit"
  • energieeffizient (da stromlos) & unempfindlich gegenüber Störungen: Das Signal wird durch äußere Einflüsse (zB elektromagnetische Felder) nicht gestört.

Wie soll ein Glasfasernetz in der Gemeinde entstehen? Wir haben bereits vor 5 Jahren eine Grobplanung für das gesamte Gemeindegebiet beauftragt. Seither verlegen wir lt. diesem Plan laufend Leerrohre bei Grabarbeiten mit. Seit 2 Jahren verlegen wir auch Neustrecken aktiv und schließen die ersten Häuser direkt an. So entsteht langsam ein flächendeckendes Netz. Insgesamt werden bis zum Endausbau bis in jedes Haus mehr als 100 km Rohrleitungen notwendig sein.

Wie wird Glasfaser gebaut? Ein Video dazu: https://youtu.be/jWF4wyG_uhU

Was hat es mit dem Einblasen auf sich? Eigentlich bestehen die orangen Glasfaserrohre, die man bei Baustellen und entlang von Straßenzügen sieht, aus vielen dünnen Einzelrohren (7 mm Einzeldurchmesser). Erst wenn ein Bereich vollflächig ausgebaut ist und die Leerrohre bis in jedes Haus verlegt sind, wird „eingeblasen". Dann wird unter Luftdruck der Glasfaserfaden (1,2 mm stark) von Verteilkästen weg über hunderte von Metern bis in jedes Haus geführt. Das erklärt, warum man die Leerrohre nicht knicken darf und die Kurvenradien bei den Rohren sehr „weit" sein sollten.

Das Glasfaser-Leerrohr-Netz baut die Gemeinde: Weil der vollständige Netzausbau bei uns bisher durch kein Telekommunikationsunternehmen vorgesehen war, haben wir uns zum Selbstausbau des Leerrohrnetzes durch die Gemeinde entschieden. Das Ziel dahinter ist, dass wir allen Liegenschaften so rasch wie möglich das beste und sicherste Datenübertragungssystem der Zukunft bieten wollen. Dazu bekennen sich alle Fraktionen im Gemeinderat. Ähnlich wie Kanal, Wasser, Straßenzufahrt und Stromanschluss sehen wir ein leistungsfähiges Datennetz in Zukunft als eine Voraussetzung für ein gutes Leben mit allen Möglichkeiten bei uns in der Gemeinde. Und das muss jedes Haus in Ardagger zu den gleichen Bedingungen haben, sagen wir.

Den Betrieb überlassen wir den Profis mit dem besten Angebot: Seitens der Gemeinde werden wir das Netz nicht selbst betreiben. Dazu sind wir bereits mit bekannten Profifirmen aus der Telekommunikation in Kontakt und wollen diese dann mit langfristigen Verträgen an uns binden. Für die BürgerInnen soll am Ende ein breites Angebot herauskommen und die BürgerInnen sollen zwischen verschiedenen Anbietern, die die besten Angebote liefern, wählen können.

Was kostet das Netz und wer zahlt das? Wir rechnen derzeit für den Gesamtausbau bis zu jedem Haus langfristig mit Ausbaukosten von ~ € 4,5 Mio. Vorerst sind € 3,2 Mio. seitens des Gemeinderates sichergestellt. Das zahlt zunächst natürlich auch die Gemeinde. Wir haben dafür aber bereits Förderzusicherungen und wir nehmen für den Rest Kreditmittel auf. Allein im Jahr 2019 sind € 1,2 Mio. an Ausbaukosten budgetiert. Langfristig (Finanzierungszeitraum 25 Jahre) werden die Ausbaukosten aber die NutzerInnen über einmalige Anschluss- und laufende Benützungsgebühren wieder indirekt „zurückzahlen". Es ist daher unser Anliegen, so günstig und effizient wie möglich zu bauen!

Wann ist es bei mir soweit? Der Ausbauplan sieht vor, dass zunächst schlecht versorgte Bereiche und jene Bereiche gebaut werden, für die wir auch Fördergelder bekommen. Dort, wo aktuell das Kupfernetz der A1 Telekom gut funktioniert - das sind vor allem die Bereiche von Ardagger Stift rund um das Wählamt in der Pfaffenbergsiedlung und im Ortsbereich - bauen wir erst später aus. Die ersten Ausbauzonen sind demnach Ardagger Markt und der Bereich von Ardagger Stift bis zur Siedlung Am Weinberg. Auch der Ortsbereich von Stephanshart und Empfing, wo es bislang ganz schlechte Verbindungen gibt, werden heuer noch fertig gebaut. Die Ausbauzonen haben wir auch in einer groben Planübersicht dargestellt (siehe unten), die aber immer wieder leichten Abänderungen unterliegt.

Wann wird beleuchtet? Aktiv wird das Netz in Teilschritten. Dafür sind die zentralen POP-Standorte notwendig. POP steht für „point of presence" und bezeichnet die Ortsnetzzentralen. Davon wird eine in Stephanshart und eine in Ardagger Stift in der Volksschule heuer noch entstehen. Von hier aus kann dann das gesamte Netz in Teilschritten „aufgeschaltet" werden. Neben der technischen Möglichkeit wird aber auch die Anzahl der interessierten BürgerInnen wichtig sein. Erst ab einer gewissen Zahl an Interessenten wird sich ein Aktivnetzbetrieb in Teilbereichen rechnen. Wir verhandeln deshalb mit den zukünftigen Betreibern auch darüber, dass über das schnelle Netz auch alle bisherigen Angebote und Dienste, die sie jetzt über das Kupfernetz bieten, laufen können. Gleichzeitig bitten wir schon jetzt auch Sie als Hausbesitzer um Ihre Bereitschaft, so rasch wie möglich auf das neue schnelle Glasfasernetz umzusteigen. Je mehr das tun, umso schneller rechnet es sich und umso günstiger ist es wieder für den Einzelnen.

Kann ich etwas tun für meine zukünftige Glasfaserleitung? Ja. Gerade bei Grabarbeiten im und rund um‘s Haus kann jeder Besitzer die kleinen Röhrchen schon mit hinein verlegen. Wir bieten dazu Röhrchen, Muffen und Endkappen am Gemeindeamt an. Wir dokumentieren in unserem Geo-Info-Sy-stemen auch die jeweiligen Anschlusspunkte und die Rohrdimensionen. Einfach beim Graben daran denken und kurz am Gemeindeamt fragen, wie´s geht.

Noch Fragen?


Infos zum Glasfaser-Internet



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Grafik: Im Innenbereich sollten vorerst mindestens 2m Glasfaserleerrohr belassen werden. In späterer Folge wird der HAK (Hausanschlusskasten) und eine FTU-Einheit dazu montiert.

Installations- & Verlegeanleitung



Verlegehinweise für das Glasfaserleerrohr direkt beim eigenen Haus:

  1. Für das Verlegen der Glasfaserleerrohre ist ab der Grundgrenze der jeweilige Hausbesitzer verantwortlich.
  2. Den Anschlusspunkt bitte am Gemeindeamt erfragen.
  3. Materialien für den Hausanschluss erhalten Sie am Gemeindeamt.
  4. Die Kosten für das Material und das Graben und Verlegen auf dem eigenen Grundstück sind vom Besitzer zu tragen: Leerrohr: ca. € 1,--/lfm, Hausanschlusskasten: ca. € 19,--/Stk., Muffen: € 2,50/Stk., Hausdurchführungen: ca. € 32,--/Stk.
  5. Die Leitung darf nicht geknickt werden und muss in möglichst schleifenden Radien verlegt werden, da sonst beim Einblasen „Verstopfungen" auftreten können.
  6. Beim „Muffen" sind die Übergangsstücke ganz glatt abzuschneiden und die Muffen sollten vor dem Zugraben noch zusätzlich mit einem Schutzmaterial umwickelt werden.
  7. Die Normverlegetiefe sollte 80 cm sein. Bei seichteren Verlegungen bitte mit zusätzlichen Schutzschläuchen oder Plattenabdeckungen sichern!
  8. Bei Hausdurchführungen darauf achten, dass durch die Bohrlöcher auch nachträglich kein Wasser eindringt.
  9. Das LWL-Leerrohr soll mit einer Überlänge von 2 bis 3 m bis zum Hausanschlusskasten im inneren des Hauses reichen aber noch nicht in diesen eingeführt werden (das macht dann die Einblasfirma).
Übesichtsplan-Ausbau-Ardagger-2025.jpg
Übersichtsplan über den LWL-Ausbau in Ardagger bis 2025
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Grafik: So funktioniert das Anschlussprinzip des Mikro-Rohres bis in jedes Haus. © NÖGIG